Klinikbesuch einmal ganz ohne Termin - Freies Wort Artikel vom 12.05.2011
Klinikbesuch einmal ganz ohne Termin - Freies Wort Artikel vom 12.05.2011
Nicht nur Neuhäuser nutzten den Tag der offenen Tür in der Klinik, um sich den Blutdruck messen oder auch das Innere eines Rettungswagens erklären zu lassen.
Neuhaus - "25 Jahre Klinik Neuhaus" hieß es am vergangenen Wochenende in der Rennsteigstadt. Während der Festakt am Samstag den Mitarbeitern der Einrichtung vorbehalten war (Freies Wort berichtete), konnte am Sonntag zum "Tag der offenen Tür" jedermann kommen.
Reger Andrang herrschte im ersten Obergeschoss der Klinik, wo man an diesem Tag ganz ohne Termin Blutdruck-, Blutzucker- und Halsvenenmessungen oder einen Lungenfunktionstest vornehmen lassen konnte. "Bevor man nicht richtig krank ist, geht man ja sonst nicht zum Arzt. Aber es ist schon schön, wenn man auf so einfachem Weg einmal seine Werte erfahren kann", erläuterte Katrin Schramm, die mit ihren Kindern Erik und Leni-Eva und Oma Brunhilde die verschiedenen Angebote gerne nutzte. Das schöne Wetter und das Interesse am Vortrag über die Erkrankungen des Herzens hatte das Ehepaar Greiner-Sohn aus Lauscha in die "Schöne Aussicht" geführt. Ehepaar Halle aus Neuhaus freute sich über die schöne Musik und genoss den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen.
Selbst für erfahrene Mediziner war es ein interessanter Nachmittag. So fachsimpelte beispielsweise Notarzt Dr. Naviliat mit Uwe Eschrich, dem Leiter des Fuhrparkes der Medinos-Kliniken, über die Besonderheiten im und am für den Standort Sonneberg neu angeschafften Notarztfahrzeug, das auch von zahlreichen Gästen bestaunt wurde.
Viele Besucher nutzten das Angebot, Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge zu besichtigen und sie sich von Experten erklären zu lassen. So konnte Rettungssanitäter Ronny Philipp an diesem Tag unzählige Male Möglichkeiten der Hilfe im Rettungstransportwagen erläutern. Rettungsassistentin Stefanie Rothe wusste zu berichten, dass der RTW dank Allradantrieb auch in unserer Region überall einsetzbar ist und beim Fahrsicherheitstraining Reaktionen am Hang und bei Aquaplaning getestet wurden. Mitglieder der Bergwachtbereitschaften Neuhaus, Lauscha und Scheibe-Alsbach demonstrierten derweil Varianten der Sommer- und Winterrettung. Und die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Neuhaus ließen die mutigsten Gäste das Geschehen aus dem Korb der Drehleiter ihres Einsatzfahrzeuges aus luftiger Höhe beschauen. Nicht nur von dort oben ließ sich erkennen - das Interesse der Menschen an ihrer Klinik war enorm.
Mit freundlicher Unterstützung des Freien Wortes.
Luftrettungsübung der Bergwacht Oberhof
Luftrettungsübung der Bergwacht Oberhof |
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In Zusammenarbeit mit der thüringer Polizei probt die Bergwacht Oberhof den Ernstfall. Die Übungen wurden vom MDR begleitet. |
Sieg statt Schönheit
Sieg statt Schönheit
Mit über 270 Startern beim Rookies Cup am Wochenende verzeichneten die Ausrichter im Bikepark am Steinacher Silbersattel einen Teilnehmerrekord innerhalb der IXS-Serie der Downhill-Piloten.
von Lars Fritzlar
Steinach - Traumhaftes Wetter herrschte am Sonntag während der beiden Wertungsläufe. Auch am Freitag und Samstag zuvor hatten die Gastgeber für wettkampftaugliche Bedingungen auf der 1600 Meter langen Piste mit einem Höhenunterschied von 250 Metern gesorgt.
Der große Zuspruch schmeichelt Veranstalter und Hauptsponsor der IXS-Serie, der auch einige Exoten in seinen Starterlisten führte. Zusammen mit Deutschen und Österreichern ging beispielsweise der Australier Sean McConnell in Steinach an den Start. Der Downhill-Pilot studiert in Heidelberg und schlug sich in der stark besetzten Männer-Klasse ordentlich - 101. von 145 Finishern. Oder das Geschwister-Paar Grandy aus Portugal. Silas, der bei den Kids 1 (bis 13 Jahre) das waghalsige Abenteuer zweier Downhill-Fahrten am Silbersattel bestand, verfehlte als Vierter nur knapp das Podest. Sein 16-jähriger Bruder Valentin wurde Zweiter im Youth-Klassement. Die Grandys starten allerdings für einen Sportclub in Heidenheim. Dennoch: Mit solch internationalem Flair können sich eigentlich nur die Wintersportler in Lauscha brüsten.
Die große Resonanz beim Rookies Cup und ähnlichen Veranstaltungen wie das Einrad-Downhill-Fahren am kommenden Wochenende am Silbersattel ist aber sicher auch dem großen persönlichen Engagement der Steinacher Bike-Parkwächter geschuldet. Sie hatten die gesamte Wettkampf-Strecke im vergangenen Jahr mit Frank Schneider (mehrfacher Cup-Gewinner und Deutscher Meister) designed. Mit wechselnden Schwierigkeiten wie beispielsweise einer Höchstgeschwindigkeitpassage im Mittelteil. "Anspruchsvoll und selektiv", beschreibt Gerhard Müller vom Ausrichter den Charakter der Strecke.
Richtig harter Sport
So seien auch Stürze durchaus möglich und bei den Teilnehmern auch einkalkuliert. "Die Jungs fahren auf Sieg und nicht auf Schönheit", beschreibt Müller die Szene. Das gelte natürlich auch für die zehn Mädchen und Frauen, die in Steinach an den Start gingen. "Nichts Primaballerina, nichts für Weicheier. Das ist richtig harter Sport", schätzt Müller ein. Lebensmüde seien die Downhil- ler jedoch nicht. "Mutig schon, ein bisschen verrückt", meint er. Allerdings schützen sich die Aktiven auch gehörig - von Kopf bis Fuß mit Helm, Panzern, Polstern,
Protektoren. Verletzungen seien dennoch nicht ausgeschlossen. Während der drei Tage am vergangenen Wochenende musste die Bergwacht Scheibe-Alsbach sieben Verletzte ins Krankenhaus schicken - zur Weiterbehandlung oder Abklärung. "Ein verletzter Knöchel oder ein Beinbruch ist da nichts Ungewöhnliches", weiß Organisator Gerhard Müller. Aufatmen könnte er am Sonntag, denn kein Verletzter blieb im Klinikum. Bestens versorgt- teilweise mit Gips an Arm oder Bein - war der ein oder andere Rookie am Sonntag zur Siegerehrung unter den Zuschauern gesichtet worden.
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Indes heil die Schussfahrt mit dem umgebauten Mountainbike beendete Lokalmatador und mittlerweile beinahe Dauerbrenner Lukas Wohlleben, der im Junior-Klassement auf Rang 20 landete. Respekt.
Downhill
Downhill
17-jähriger Mountainbiker am Silbersattel schwer gestürzt
Steinach - Ein 17-jähriger Mountainbiker aus Krölpa bei Pößneck ist am Sonnabend auf der Downhillstrecke am Silbersattel in Steinach schwer gestürzt. Er wurde von der Bergwacht Scheibe-Alsbach aus dem Wald geborgen und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Neuhaus gebracht. Nach ersten Informationen hat sich der junge Mann vermutlich den Knöchel gebrochen.


Auf der Abfahrtspiste am Silbersattel rauschen die Downhill-Piloten auf ihren speziellen Mountainbikes eine 1500 Meter lange Piste hinab ins Tal. 250 Höhenmeter werden dabei überwunden. Trotz der Regenafälle in den vergangenen Tagen scheint die Strecke absolut wettkampftauglich: „Bis auf ein paar Pfuetzen ist die Strecke zu 90 Prozent trocken“, meint Gerhard Mueller vom Ausrichter des ROOKIES-CUP 2010. Die Wetterprognosen versprechen „ein traumhaftes Sport-Wochenende“. Bereits am Freitag reisten viele Teilnehmer an. Insgesamt sind am Wochenende 253 Downhiller beim ROOKIES-CUP in Steinach am Start. Laut Müller kommen sie unter anderem aus Oesterreich, der Schweiz und allen Teilen Deutschlands. st/cob
(Die Bilder wurden von Stefan Thomas bereitgestellt.)
Prächtige Stimmung auf der Langlaufpiste - aus dem Freien Wort
Prächtige Stimmung auf der Langlaufpiste - aus dem Freien Wort

Erste Adresse für Erste Hilfe - Freies Wort vom 24.02.2009
Erste Adresse für Erste Hilfe - Freies Wort vom 24.02.2009
Bei Skispaß-Turnier stimmen Thüringens Retter auch Sorgenlieder an
Steinach – Die Schussfahrt im Weiß einmal von der
unbeschwerten Seite erleben? Dieses Vergnügen gönnten sich am Wochenende Bergwachtbereitschaftler aus ganz Thüringen in der Skiarena Silbersattel – beim traditionellen Ski-alpin-Wettbewerb der Kameradschaften. Knapp 60 Starter aus einem Dutzend Teams reisten zu dem geselligen Miteinander der eiskalten Art in die Brunnenstadt. Organisiert wurde der Wettbewerb von der Sektion Scheibe-Alsbach, deren Hausberg das Fellberg-Areal ist. Die Gastgeber übernahmen die schöne Pflicht ein reibungsloses Vergnügen auszurichten, anstatt, wie sonst die Saison über üblich, bergauf und talab Erste Hilfe für Verunfallte zu leisten.
Knapp 50 Einsatztage haben die Scheibe-Alsbacher in der laufenden Saison in Thüringens größtem Skigebiet bereits „abgerissen“. Silbersattel-Geschäftsführer Gerhard Müller lobt seine Jungs in den roten Jacken denn auch gerne über den grünen Klee: „Die machen einen Super-Job.“ Ob Wochenende oder Feiertag, auf Zuruf oder wenn es gilt, Turniere abzusichern, „seit Jahren stehen die Scheibe-Alsbacher parat und schieben einen schicken und ordentlichen Dienst.“
Steinachs oberster Schneezirkus-Direktor betont, dass die Vor-Ort-Truppe in der Arena zudem ein wertvoller Aktivposten fürs Renommee ist. „Es ist einfach beruhigend für die Gäste.“ Und derer waren es nicht wenig im bisherigen Traumwinter 2008/2009, nämlich bisher rund 40 000.
Vertletzt in der Abfahrt
Zu den spektakulärsten Einsätzen des Retter-Zusammenschlusses in dieser Saison zählt die Premiere einer Rettungshubschrauber-Landung an Silvester auf dem Plateau. Nachdem der Sessellift abgeknipst war und eigentlich der Sekt kaltgestellt sein wollte, kam via Funk die Meldung, ein verletzter Skifahrer liege auf der Familienabfahrt. Die Kameraden informierten die Rettungsleitstelle, ein 40-Jähriger habe sich die Schulter ausgekugelt hatte. Wegen der Schmerzen ließ sich der Mann kaum anderweitig bergen, also wurde der DRF-Heli Christoph 60 angefordert.
Nachdem Schmerzmittel verabreicht waren, wurde der Patient eingeladen und ins Klinikum Suhl geflogen, schildert Kameradschaftsleiter Konni Lutter. Durchs Team der Skiarena war zwischenzeitlich per Pistenraupe die Familie des Verunfallten an den Unfallort gebracht worden. Die Notärztin informierte die Ehefrau und diese konnte dem Familienvater schließlich mit dem Auto ins Klinikum folgen.
Lutter: „Dieser Einsatz zeigte die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Bergwacht, Skiarena und Bergwacht, Rettungsleitstelle und Rettungskräften.“
Einem Unfallhoch in den vergangenen Wochen möchte Lutter trotzdem nicht das Wort reden. Klar, die Einsatzzahlen sind nach oben geschlittert, aber prozentual, also im Vergleich zum Besucheraufkommen, sei alles im grünem Bereich.
Dennoch gibt es Zeiten, an denen man aus der Thermojacke -nicht herauskommt. Fünf Snowboarder mit zerschrotetem Handgelenk schlugen beispielsweise an einem einzigen Tag im Stundentakt hintereinander auf. Und über dieses Publikum schimpft Lutter. Es sei immer derselbe Mix aus Selbstüberschätzung und mangelndem Können, der seine Rot-Kreuzler auf den Plan und in die Piste ruft.
„Das sind dann welche, die sich lieber vom Kumpel das Boarden beibringen lassen, als vielleicht ein paar Stunden in den Skilehrer zu investieren, der einem die Grundbewegungen beibringt.“
Wenn diese Grünhörner dann auf die Schnauze fallen, „kein Wunder“.
Ins Lied über alpin bebrettelte Sorgenkinder wissen natürlich auch andere Thüringer Bergwacht-Chefs einzustimmen. Oberhofs Rainer Mahn etwa berichtet von seinen zwei bis drei Einsätzen jedes Wochenende im Skigebiet am Inselsberg. Mittlerweile seien es weniger die Knochenbrüche, die das Bild prägen, als vielmehr schlimme Schnittwunden. „Wenn die Stahlkanten ins Fleisch schneiden, dann ist man oft gleich bis auf den Knochen durch.“
Doch immerhin: Nach dem Unfall von Thüringens oberstem Skifahrer sei ein Mehr an Vernunft zu beobachten. Der Trend zum Helm ist da. Eine Pflicht hierzu allerdings gibt es nicht. Sie wäre wohl auch kaum durchzusetzen oder zu kontrollieren.
Mike Schmidt, Leiter der Bereitschaft in Gehlberg, mahnt entsprechend an, angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen für den notwendigen Dienst der Bergwachten im Urlauberland Thüringen. Bekanntlich zählt die Unterstützung der Kameradschaften – im Gegensatz zur Freiwilligen Feuerwehr – nicht zum Kanon der gesetzlichen kommunalen Pflichtaufgaben. Wie sie also Kosten für Funkgeräte und Motorschlitten, für Stiefel und wetterfeste Jacken bestreiten sollen, bleibt hierzulande allein der Fantasie der Freiwilligen geschuldet. Dass er es leid sei, ständig Bettelbriefe um Fördermittel nach Erfurt zu schicken oder Sponsoren anzubaggern, lässt Schmidt daher deutlich anklingen. „Da besteht eine absolute Diskrepanz zwischen der Funktion, die wir wahrnehmen, und unserer Ausstattung.“ 51 Euro beispielsweise vergüten die Krankenkassen den Ersthelfern in Thüringen. Wenn allerdings in Bayern eine Bergwacht Sanitäter anfordere, würde im Nachgang die siebenfache Summe überwiesen. Wie man also bitteschön für „nen Fuffi“ pro Einsatz Technik und Ausrüstung anschaffen, unterhalten und reparieren solle? Für den Ilmkreisler Schmidt eine offene Frage.
Pokal-Dreier für Gehlberg
Die Gleichstellung mit den Feuerwehren voranzutreiben, allerdings keine Neiddebatte anzustoßen, das ist dieser Tage Stoßrichtung der im DRK organisierten Bergwachten.
Günter Senf, stellvertretender Landesvorsitzender, äußerte am Rande der Veranstaltung in Steinach, man werde demnächst zumindest bei der Vergütung für die Jugendarbeit in Erfurt nachhaken. Geplant sei hierzu ein Antrag an die Landesregierung.
Zu den Fragen, die sich am Wochenende immerhin klären ließen, gehört die nach der schnellsten Bergwacht Thüringens. Die Gehlberger Mike Schmidt und Lothar Greiner sicherten sich beim Alpin-Wettbewerb den Titel der flottesten Mannschaft, Pia Wagner aus Gehlberg bekam den Pokal für die schnellste Bergretterin und Mike Schmidt den des schnellsten Retters. Die Pokale immerhin waren an diesem Abend der handfeste Lohn für ein Engagement, das ansonsten kaum mit Geld aufgewogen wird.
Text und Bilder: Andreas Beer
Ergebnisse 3. Riesentorlauf der Bergwacht Thüringen
Ergebnisse 3. Riesentorlauf der Bergwacht Thüringen
Die Ergebnislisten zum Rennen um die schnellste Bergwachtbereitschaft in Thüringen sind im Archiv leider nicht mehr verfügbar. Ein ausführlicher Bericht zum Wettkampf folgt in den nächsten Tagen.
Einige Bilder des Rennens könnt ihr in unserer Bildergalerie finden.
Kölner am Rennsteig - aus dem Freien Wort vom 26.01.2009
Kölner am Rennsteig - aus dem Freien Wort vom 26.01.2009

Aus dem Freien Wort vom 26.01.2009. Text und Bild R. Sander.
Der letzte Einsatz des Jahres 2008
Der letzte Einsatz des Jahres 2008
Der letzte Einsatz des Jahres 2008 für unsere Kameraden fand in der Skiarena Silbersattel in Steinach statt. Nach dem Schließen der Arena kam über Funk die Meldung, dass noch ein verletzter Skifahrer auf der Familienabfahrt liegen würde. Da bereits ein Mitarbeiter der Arena mit einem Motorschlitten in diese Richtung unterwegs war, überprüfte dieser die Meldung und bestätigte sie nach kurzer Zeit. Daraufhin begaben sich unsere Kameraden mit einem weiteren Schlitten zum Unfallort. Vorgefunden wurde ein ca. 40 jähriger Mann mit Verdacht auf Schulterluxation. Nun wurde eine entsprechende Meldung an die Rettungsleitstelle Suhl abgesetzt. Nach kurzer Zeit stand fest, dass keine Rettungsmittel zur Verfügung standen. Auf Grund der Schmerzen des Patienten traf die Leitstelle die Entscheidung, den Rettungshubschrauber Christoph 60 aus Suhl zum Einsatzort zu entsenden. Dieser landete nach einigen Minuten. Das Rettungsteam übernahm die weitere Versorgung des Patienten. Nachdem Schmerzmittel verabreicht waren, wurde der Patient in den Hubschrauber geladen und ins Klinikum Suhl geflogen. Durch das Team der Skiarena wurde zwischenzeitlich mit Pistenraupen die Familie des Verunfallten an den Unfallort gebracht. Die Notärztin informierte die Frau über das weitere Vorgehen und sie konnte dem Familienvater mit dem PKW ins Klinikum folgen.
Dieser Einsatz zeigte wieder einmal die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Bergwacht und den Skiarena-Mitarbeitern einerseits und Bergwacht, Rettungsleitstelle und Rettungskräften (egal ob RTW -, NEF – oder Hubschrauberbesatzung) andererseits.



Vierbeinige Lebensretter
Vierbeinige Lebensretter
Bei der Nachwuchsgewinnung greift die Bereitschaft Scheibe-Alsbach auch auf spektakuläre Aktionen wie die Vorführung einer Rettungshundestaffel zurück
Von Raimund Sander
Steinheid – Ungewohnte Laute ließen dieser Tage die Mädchen und Jungen der Staatlichen Grundschule Steinheid aufhorchen: Auf dem Flur der ersten Etage bellten Hunde. Eigentlich haben Vierbeiner nichts im Schulgebäude zu suchen, also musste es einen besonderen Grund geben.

Und den gab es tatsächlich. Denn Lilla, Brix und Borkow sind keine gewöhnlichen Hunde, sie gehören zur Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes Köln. Und der Besuch galt nicht Schulleiter Gunter Wild, der vorsichtshalber seine Bürotür zum Rückzug offen ließ, sondern den sechs Mitgliedern der im vergangenen Jahr gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Bergwacht“. Und die freuten sich natürlich über die unerwartete Abwechslung.
Arbeitsgemeinschaften haben an der Umwelt- und Europaschule eine lange Tradition. Sie bereichern den Unterricht und machen zudem Spaß, nicht zuletzt, weil die Teilnahme freiwillig ist und es hier keine Zensuren gibt. Die Arbeitsgemeinschaft „Bergwacht“ hat jedoch einen besonderen Hintergrund: Gewinnung des dringend benötigten Nachwuchses für die Bereitschaften. „Mit sechs Jungen haben wir begonnen, doch es wäre gut, wenn es noch mehr werden“, meinte Gunter Wild.
Einmal wöchentlich trifft sich die Gruppe und wird dabei im Wechsel von Ausbilder Uwe Müller beziehungsweise von Mitgliedern der Bergwachtbereitschaft Scheibe-Alsbach betreut – natürlich ehrenamtlich. Hier lernen die Kinder, was ein Bergwachtler wissen und können muss, um seine verantwortungsvolle Arbeit erledigen zu können. So werden die Jungen langsam in die Arbeit einbezogen. „Natürlich hoffen wir, sie später als aktive Mitglieder der Bereitschaft begrüßen zu können“, weist Bereitschaftsleiter Konni Lutter auf das Ziel ihrer Bemühungen hin.
Kinder im Grundschulalter an eine ernsthafte Beschäftigung heranzuführen setzt voraus, sie dafür zu begeistern. Das gelingt nicht allein durch theoretischen und praktischen Unterricht, da muss auch ab und zu Action sein. Und genau das war den Scheibe-Alsbacher Bergwachtlern mit dem „Auftritt“ der DRK-Rettungshundestaffel gelungen.
Für Iris Nußbaum und Gerd Buch war das Ehrensache, mit den zwei Labrador Retrievern und dem Rottweiler an der Schule eine Vorführung zu starten – schließlich sind die Kölner und die Scheibe-Alsbacher seit Jahren gute Freunde. „Wir kommen nun schon zum 15. Mal auf den Rennsteig, um unsere Hunde auf die Überprüfung, die alle 18 Monate vorgeschrieben ist, vorzubereiten“, erklärt Gerd. „Leider gibt es bei uns selten Schnee und das nächste Übungsgelände ist 80 Kilometer entfernt. Und hier finden wir ideale Voraussetzungen für die Ausbildung von Hund und Führer.“
Rettungshundestaffel und Bergwachtbereitschaft sind eigentlich untrennbar verbunden, wenn es um die Suche und Bergung von Verletzten in einem unwegsamen Gelände, wie die Rennsteigregion, geht. Allerdings gibt es hier in der Nähe keine Rettungshunde und so sind die Scheibe-Alsbacher froh darüber, wenigstens einmal im Jahr mit den Kölnern ihre Erfahrungen austauschen zu können. „In einem Jahr hatten wir sogar einen richtigen Einsatz“, erzählt Iris Nußbaum, „da mussten unsere Hunde einen Mann suchen.“
Für einen Jungen aus der Arbeitsgemeinschaft sind die Kölner keine Unbekannten. Pauli (Paul) Lutter, der Sohn des Bereitschaftsleiters, nutzt jede Gelegenheit dabei zu sein, wenn sein Vati in Sachen Bergwacht unterwegs ist. Und so war das Hallo groß, als die zwei Hundeführer samt Vierbeinern in Begleitung des einheimischen Bergwachtkameraden Christian Siegel eintrafen. Richtig stolz war Pauli, dass er einen Verirrten „spielen“ konnte, den die Rettungshunde auf dem Schulhof suchen mussten – und zur Freude der anderen Kinder auch nach kurzer Zeit fanden.

Leider war die Zeit viel zu schnell herum. Gerne hätten die Mitglieder der Arbeitsgruppe noch mit den Hunden gespielt, doch auf die wartete in Siegmundsburg wieder hartes Training, um die anstehende Prüfung auch zu bestehen.

Anmerkung der Bergwacht
Vielen Dank an das Freie Wort, deren Redakteure und hier im Speziellen an Raimund Sander.
