30 Jahre Bergwacht - Schlimme Krisen, turbulente Zeiten, schwieriges Umfeld
Schlimme Krisen, turbulente Zeiten, schwieriges Umfeld - beim Rückblick anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Bergwacht wurde nicht nur an Erfolge und das unbestritten große Verdienst der ehrenamtlichen Retter aus Scheibe-Alsbach erinnert.
SCHEIBE-ALSBACH - Die Gäste lachen, Scheibe-Alsbachs Bergwacht-Chef schmunzelt - der kleine Paul hat soeben das Zelt betreten, lauthals nach seinem Papa geplärrt, um sich hernach wohlig von Konni Lutter auf den Arm heben zu lassen. Manchmal kommt die "Hilfe" eben prompt. Für dreijährige Bergwichtel sowieso.
Konni Lutter absolvierte gerade den Gratulationsparcours, als der Sohn sein Recht forderte. Allzu oft, das hatte Lutter gerade noch deutlich gemacht, spielt das Familienleben nur die zweite Geige, "wenn jedes zweite Wochenende Übungen oder Einsätze anstehen, wenn Veranstaltungen von Sportvereinen abgesichert werden müssen, oder in der Steinacher Skiarena Dienst geschoben wird." Alles ehrenamtlich. "Der größte Dank geht an unsere Angehörige. Sie sind die, die uns viele Stunden im Jahr entbehren, die viele Dinge selbst machen müssen, da wir irgendwo im Regen, Schnee oder Sonne, in Steinbrüchen, Sportstadien oder Wäldern unterwegs sind um anderen Menschen zu helfen." Ihr 30. Jubiläum feierten die Retter in ihrem Domizil in Scheibe-Alsbach. Bier und Bratwurst statt Festakt mit Streichorchester, einen Tusch hätten sich die Aktiven sicherlich verdient. Dreier Jahrzehnte Engagement wurde gedacht. "Auf Bitte des DRK Neuhaus fanden sich 1974 insgesamt 25 Kameraden aus den Reihen des Ortsverbandes zusammen und bildeten eine Gruppe des Bergunfalldienstes." Peter Lattermann, Peter Meißner, Albert und Max Siegel gehörten zu den Ersten. Unterstützung gab die Gemeinde in Form von Ausrüstung. Lutter erinnerte an die Anfänge, Ausbildung in medizinischer Versorgung, Winterrettung und die Gründe der Gründung, die damals in der Zunahme des Fremdenverkehrs und der Vielzahl von Sportveranstaltungen des Wintersportvereins, dem Rennsteiglauf oder des militärischen Mehrkampfs (GST-Lager) lagen. Das Dienstgebiet beschränkte sich damals noch auf Scheibe-Alsbach und Umgebung. Die Ausrüstung stellte das DRK, um die Beschaffung musste sich niemand kümmern. Das änderte sich 1989. Auf Landesebene wurde mit dem Umbau der ehemaligen Bergunfalldienstgruppen der Bezirke Suhl und Erfurt zur Bergwacht Thüringen begonnen. Es entfiel der kostenlose und zentrale Zugriff auf Material. "Es tauchten erstmals Begriffe wie Sponsor und Förderer auf. Wie schon zu DDR-Zeiten halfen jetzt auch wieder Handwerker und Gewerbetreibende des Ortes." Dank galt Dieter Jakob: "Er unterstützte uns bei unserem ersten Fahrzeug. Ein ausgemusterter Krankenwagen aus Neuhaus." Dieser wurde umlackiert. Man war mobil.
"Taschen vollgemacht"
Mit der Auflösung des DRK-Kreisverbandes Neuhaus kam der Wechsel nach Sonneberg. Das Dienstgebiet vergrößerte sich, die Kameradschaft aus Steinheid löste sich auf: "Heute umschließt das Einsatzgebiet mehr als 15 Orte, von Katzhütte bis Schalkau, von Friedrichshöhe bis Steinach. Wir unterstützen die Polizei bei der Suche nach Vermissten, betreuen Skigebiete, helfen Sportvereinen aus Scheibe-Alsbach, Steinheid, Rauenstein und Steinach bei ihren Veranstaltungen im Sommer und Winter." Seit drei Jahren sind die Kameraden jedes Winterwochenende eine feste Größe in der Skiarena Silbersattel. Eine komplette statistische Übersicht über die vielen Stunden legte er für die vergangenen zehn Jahre vor: 51 000 sind es - ohne Entschädigung. "Es wurden in dieser Zeit fast 1000 Patienten versorgt. 110 davon wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Diese Zahlen zeigen deutlich, welchen Nutzen diese ehrenamtliche Arbeit für den Landkreis und jeden einzelnen Ort hat."
Ein "Wermutstropfen" sei die Unterstützung: "Wir sind leider keine Pflichtaufgabe der Kommunen und kein hauptamtlicher Rettungsdienst und so sparsam fällt auch die Unterstützung aus. Darüber sollte mancher Politiker und Verantwortlicher einmal nachdenken." Bettelbriefe an die Ortschefs, auch darüber berichtete Freies Wort schon, wurden meist nur mit warmen Worten beantwortet. Mehr Zuwendung gab es selten.
Auch an die größte Krise der Retter in Scheibe-Alsbach erinnerte Lutter mit galligen Worten: Die Pleite des Kreisverbandes: "Die Hauptamtlichen hatten so gut gewirtschaftet, dass der Kreisverband Konkurs ging. Jeder wollte ein Stück haben. Unsere Kreisgeschäftsführerin machte sich mit der Sozialstation selbständig. Das Krankenhaus holte Rettungsdienst, Altenheim und Kindergärten. Nur die Ehrenamtlichen blieben auf der Strecke. Wer will die schon haben, kosten ja nur Geld." Erwin Götz, der mittlerweile als Vorsitzende dem später neu gegründeten DRK Sonneberger Kreisverband vorsteht, kam auch in seinem Grußwort zu einer ähnlichen Sicht auf die Vorgänge aus dem Jahr 1998, als der Insolvenzverwalter sogar die Sanitätstaschen der Ehrenamtlichen wegsperrte, als die von den Einsatzkräften in vielen Stunden freiwilliger Arbeit errichtete Schutzhütte plötzlich in die Insolvenzmasse einbezogen wurde, und später an die Gemeinde Scheibe-Alsbach verkauft wurde. "Im Mai 2001 gab es dann das Angebot der Gemeinde, die Hütte, die wir mit eigenen Händen erbaut haben, für 15 000 Mark zu kaufen. Das ist uns wahrlich nicht leicht gefallen, aber wir haben es gemeinsam geschafft." Umso erfreulicher sei es, dass nach den schlimmen Jahren man mittlerweile in Scheibe-Alsbach so gut aufgestellt ist, lobte Götz: "Als festes und verlässliches Mitglied im DRK Sonneberger Kreisverband."
Günter Senf, der stellvertretende Vorsitzende der DRK- Bergwacht Thüringen, schob nach, wem die einstige Existenzkrise zu verdanken war: "Einigen, die sich Kameraden genannt haben, sich in Wahrheit aber selbst die Taschen vollgemacht haben."
Landrat Sesselmann sprach den Aktiven im Namen des Landkreises zunächst den Dank für das Geleistete aus. Die Schwierigkeiten bei der Finanzierung, so machte er deutlich, sind bekannt: Bei Sitzungen des Rettungsdienstzweckverbandes steht die Bergwacht immer auf der Tagesordnung. Für die Zukunft hoffte er auf Erfolge beim Werben um Nachwuchs, in der anstrengenden Aufgabe "Jugendliche zu finden, die diese ehrenamtliche Funktion aufrecht erhalten und sich mit Begeisterung dieser schönen Aufgabe stellen."
Dass die Arbeit anerkannt wird, kam in den Glückwunschadressen der vielen Gäste zum Ausdruck: Florian Meusel, Geschäftsführer des Naturparks Thüringer Wald, erklärte die Bergwacht für unverzichtbar in Sachen "touristischer Events, Sport und Wintertourismus". Gerhard Müller, Geschäftsführer der Steinacher Skiarena, erklärte sich "zum größten Nutzer" der Bergwacht - und dankte mit einem kleinen Veilchen, in dem eine dicke Zuwendung steckte. Elisabeth Pauli, Chefin in der Limbacher Touristinformation, machte deutlich, wie wichtig die Wacht für den reibungslosen Ablauf am Lift und in der Loipe ist.
Dem Lob für die Aktiven folgte das gesellige Beisammensein. Eine kleine Feier im Festzelt, zwar ohne Streichorchester, aber mit Freunden und Familie, und dem Wissen, was in 30 bewegten Jahren stabiler Kameradschaft geleistet wurde. ANDREAS BEER
Ausbildung der Kameraden wird großgeschrieben
Ausbildung der Kameraden wird großgeschrieben
Eine anstrengende Wintersaison ist für die Kameraden der Bergwacht Scheibe-Alsbach zu Ende. Viele denken, dass nun nicht mehr viel zu tun ist. Aber weit gefehlt. Jetzt fangen die vielen Ausbildungsstunden für die Kameraden an. So hat am 3.4. die Ausbildung für die neuen Kameraden und die Weiterbildung der bereits aktiven Kameraden im Sanitätsbereich begonnen.An 4 Wochenenden werden 28 Kameraden die ganze Ausbildung neu durchlaufen, um für ihre Einsätze gerüstet zu sein.
Wer Interesse an einer Mitarbeit in der Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach hat, meldet sich bitte unter der Telefonnummer 01718275406.
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Neues Blutspendeteam hat Bewährungsprobe bestanden
Neues Blutspendeteam hat Bewährungsprobe bestanden
Aus gesundheitlichen Gründen löste sich das bisherige Blutspendeteam in Steinheid auf. Die Kameradinnen und Kameraden um Kurt Nitschke hatten bis dahin eine sehr gute Arbeit geleistet und einen festen Spenderstamm aufgebaut. Nun galt es, diese Tradition fortzusetzen.
Diese Aufgabe wurde durch den DRK Sonneberger Kreisverband e.V. der Leitung der Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach übertragen.
Für diese bestand das Problem, dass das bisher bestehende Team um Kameraden Harald Greiner-Pol (zuständig für Neuhaus und Scheibe-Alsbach) den zusätzlichen Ort nicht mehr übernehmen konnte. Deshalb mussten neue Kameradinnen und Kameraden gesucht werden. Schnell erklärten sich 5 Steinheider und Scheibe-Alsbacher Frauen und ein Kamerad der Bergwacht bereit, diese Aufgabe zu übernehmen und es wurde ein zweites Team ins Leben gerufen.
So fand vor wenigen Tagen die erste Blutspende in Steinheid mit dem neuen Team statt.
Mit leichter Unterstützung durch das erfahrene Team, wurde die Versorgung der Spender organisiert. Es wurde wie gewohnt ein Imbiss mit belegten Brötchen und Kaffee angeboten.
Eine kleine Änderung gab es beim Spenderpräsent. Bisher hatte man für jede Spende ein Präsent ausgegeben.
In Scheibe-Alsbach und Neuhaus wurde seit längerer Zeit ein Bonussystem eingeführt. Dabei haben die Spender die Möglichkeit Punkte aus mehreren Spenden zu sammeln und sich dann ein hochwertigeres Präsent auszusuchen. Dies wurde auch den Steinheider Spendern angeboten und fand Zuspruch. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist, dass die Spender nun unter den Spendenterminen der Orte Steinheid, Scheibe-Alsbach und Neuhaus wählen können, sollte die Teilname an einer Spende einmal nicht möglich sein. Die Punkte sind für alle drei Orte gültig und werden auch dort weitergeführt.
Bei ihrer ersten Blutspende hatten die Kameradinnen und Kameraden 38 Spender zu versorgen. Dies ist ein gutes Ergebnis und es wäre schön, wenn sich dies bei den weiter Spenden noch verbessern lies.
Gesucht werden für das Team noch weitere freiwillige Helfer. Anmeldung bitte bei der Bergwacht Scheibe-Alsbach unter der Nummer 01718275406.
Zum Abschluß nochmals ein Dankeschön an das Team um Kurt Nitschke für die jahrelange sehr gute Arbeit
Ein weiteres Ziel durch die Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach erreicht
Ein weiteres Ziel durch die Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach erreicht
Über viele Jahre konnte die Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach keine Ausbildung für die Bevölkerung mehr anbieten. Nach einem missglückten Versuch (4 Teilnehmer) im letzten Jahr, wurde vor einigen Tagen ein nochmaliger Versuch durchgeführt. Dieser zweite Versuch wurde ein voller Erfolg. 16 Teilnehmer erlernten die Grundkenntnisse in erster Hilfe am Unfallort. Somit finden jetzt wieder regelmäßig Lehrgänge „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ statt. Der nächste Lehrgang ist für den 23 und 24 September 2004 in der Bergwacht Schutzhütte in Scheibe-Alsbach geplant. Die Anmeldung ist bei der Bergwacht Scheibe-Alsbach unter Telefon 01718275406 oder im DRK Sonneberger Kreisverband unter 03675 753330 möglich.
Bei Bedarf können auch weitere Lehrgänge eingeschoben werden, deshalb bitten wir um rechtzeitige Anmeldung.
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Dünne Resonanz in Gemeinden nach Bitte um Zuschuss
Dünne Resonanz in Gemeinden nach Bitte um Zuschuss
VON ANDREAS BEER
Ist die Bergwacht das fünfte Rad am Wagen? Der Chef der Retter-Truppe in Scheibe-Alsbach ist sauer, weil die Kommunen sich zieren, Geld für die Unterstützung der Aufgaben bereitzustellen.
SCHEIBE-ALSBACH/STEINACH/GOLDISTHAL – „Seit vielen Jahren arbeiten die Kameraden der Bergwacht ehrenamtlich, um Menschen in Not zu helfen. Hierzu benötigen sie Fahrzeuge, Motorschlitten, und anderes an Ausrüstung. Die Kosten müssen die Bereitschaften größtenteils selber tragen. Einiges kann der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes beitragen, manchmal gibt es Zuschüsse für Ausrüstung durch den Landesausschuss Bergwacht oder direkt von Ministerien“, so Konni Lutter. Der Leiter der Bergwacht in Scheibe-Alsbach hat mit seinen 15 Kameraden ein Dienstgebiet zu betreuen, das von Goldisthal und Siegmundsburg, Katzhütte, Friedrichshöhe, Sachsenbrunn, Schalkau, Effelder, Mengersgereuth-Hämmern bis Steinach reicht. „Es ist Aufgabe der Bergwacht, in Not geratenen Menschen in den Waldgebieten des Thüringer Waldes zu helfen. Dies ist in einem touristischen Gebiet, wie es die Kommunen auf ihre Fahnen geschrieben haben, besonders wichtig. Die Gäste der Pensionen und Hotels sind dankbar, wenn die Hilfe zu ihnen an den Unfallort kommt, auch wenn dieser fünf Kilometer im tief verschneiten Wald liegt.“
Doch für die Rettung brauche es moderne Ausrüstung. Und diese kostet Geld. Zurzeit, so Lutter, habe man noch die Motorschlitten russischer Bauart in Betrieb, ein Erbe der Grenztruppen. Eine Neuanschaffung kostet rund 12 000 Euro, schätzt Lutter. Wenn nun jede Gemeinde im Dienstgebiet die Wacht jährlich mit 100 oder 200 Euro bezuschussen würde, könnte man neues Material anschaffen. Rund ein Dutzend Kommunen hat Lutter deswegen angeschrieben, manche auch mehrmals, ob sie die „Kleinigkeit“ nicht jährlich in ihren Haushalt einstellen könnten. Doch die Resonanz blieb dünn: Bisher habe nur die Gemeinde Effelder-Rauenstein reagiert und eine Überweisung getätigt. Sachsenbrunn hat eine materielle Unterstützung zugesagt. „Dafür möchten sich die Kameraden recht herzlich bedanken.“
Die Wahlen abwarten
100 oder 200 Euro dürften jedes Jahr in jedem Haushalt mög-
lich sein, beharrt Lutter. „Doch scheinbar weit gefehlt. Nun stellen sich die Kameraden die Frage, ob ihre Arbeit keine Anerkennung findet oder für die Bürgermeister und ihre Räte keinen Cent wert ist.“ Anders als die Feuerwehr ist die Bergwacht keine Pflichtaufgabe der Kommunen. „Somit wird in den Haushalten wohl auch keine Unterstützung eingeplant.“
Andreas Girbhardt, parteiloser Bürgermeister in Goldisthal, bestätigt, dass man das Ansinnen im Gemeinderat behandelt habe. „Wegen der nicht gerade rosigen Haushaltslage hat sich der Gemeinderat aber entschieden, die Bergwacht dieses Mal nicht zu berücksichtigen.“ Andere Orte würden sehr viel mehr vom Tourismus und dementsprechend von der Arbeit der Retter profitieren. Goldisthal sieht der Gemeinderat in dieser Hinsicht weniger in der Pflicht. Als Empfehlung gibt Girbhardt den Bergrettern auf den Weg, doch nach der Kommunalwahl einen zweiten Anlauf zu starten: „Einmal abgelehnt bedeutet ja nicht für immer abgelehnt.“
Steinachs Hauptamtsleiter Volker König verweist darauf, dass die Scheibe-Alsbacher zumindest ihre Aufwändungen für Einsätze in der Skiarena Silbersattel vergütet bekommt. „Auch bei von uns veranlassten Einsätzen wird bezahlt.“ Ansonsten aber sind die Möglichkeiten – „angesichts der vielen gemeinnützigen Vereine“ – begrenzt. Und die Finanzlage bleibt prekär. „Selbst wenn es sich nur um kleinere Beträge handelt, übersteigt das doch die Möglichkeiten, wenn sie regelmäßig bezahlt werden sollen.“ Ein jährlicher Zuschuss sei nicht drin.
Fahrraddownhill- gemeinsamer Einsatz mit der Bergwacht Lauscha
Fahrraddownhill- gemeinsamer Einsatz mit der Bergwacht Lauscha
Gemeinsam mit unseren Kameraden aus Lauscha, sicherten wir in Lauscha wieder eine Downhill-Veranstaltung ab. Über viele Jahre gibt es mit den Lauschaer Kameraden eine sehr gute Zusammenarbeit. Deshalb helfen wir auch gegenseitig bei Veranstaltungen aus. Hier waren es Fahrradfahrer, die unbedingt durch steile Waldstücke fahren mußten. Das es dabei schnell zu Verletzungen kommen kann, zeigte sich bereits in den ersten Stunden, als zwei Fahrer mit Schlüsselbeinfrakturen versorgt und gemeinsam aus dem Gelände gerettet werden mußten. Selbstverständlich war auch wieder eine problemlose Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle und dem Team der Rettungswache Neuhaus.

Die ganz andere Ausbildung - Offroadtraining in der Lausitz
Die ganz andere Ausbildung - Offroadtraining in der Lausitz
Im Juli fuhren einige Kameraden unserer Bereitschaft zu einer ganz besonderen Ausbildung in die Lausitz. In einem stillgelegten Tagebau wurden die Kameraden durch einen Fahrtrainer des Autohauses Bothe in den Umgang mit Geländewagen eingewiesen.Dabei mußten verschiedenste Schwierigkeiten gemeistert werden, welche zeigten, was in den Fahrzeugen und den Fahrern steckt. Dabei wurden auch die Grenzen aufgezeigt. Von kleinen Absätzen, über querfeldeinwärts,Sanddurchfahrten,bis hin zu steilen Hang abwärts- und aufwärtsfahren war alles dabei. Das Bothe-Team hatte eine sehr gute Strecke und eine hervorragende Ausbildung zusammengestellt. Es ging in diesen Stunden nicht um schnelles, sondern um sicheres Fahren. Solch eine Ausbildung ist allen Fahrern unserer Geländewagen zu empfehlen, da die meisten gar nicht wissen, was die Fahrzeuge alles leisten können und wie sie richtig damit umgehen müssen. Ein großes Danke an Oliver Bothe und sein Team.
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Ganz schön steil... |
Treffen der Gründer der Bergwacht Scheibe-Alsbach
Treffen der Gründer der Bergwacht Scheibe-Alsbach
Nach langer Zeit haben sich die Gründer der heutigen Bergwacht-Bereitschaft Scheibe.Alsbach zu einem ersten Treffen in der Schutzhütte "Freiherr von Stein" zusammengefunden. Dabei informierten sich die Kameraden über den heutigen Stand der durch sie errichteten Schutzhütte. Nach einer kurzen Besichtigung wurde sich zu einer gemütlichen Gesprächsrunde niedergelassen. Dabei wurden viel Erinnerungen und Geschichten wach. Es wurde über die Vergangenheit und die heutigen Probleme der Bergwacht gesprochen. Am Schluß war man sich einig, daß weitere solcher Treffen folgen sollen, wobei sich der Kreis der Eingeladenen vergrößern soll. Diese erste Veranstaltung war für alle Kameraden ein voller Erfolg.

Unsere Gründer
Bergwachtbereitschaft Scheibe-Alsbach Freies Wort 25.04.2003
Bergwachtbereitschaft Scheibe-Alsbach
Bilanz nach mehr als 800 Dienststunden: 18 Verletzte geborgen
Freies Wort vom 25.04.2003
Scheibe-Alsbach – Über 800 Dienststunden leisteten die Kameraden der Bereitschaft in diesem Winter, davon 450 Stunden an 40 Tagen in der Skiarena Silbersattel. Es waren an den Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien ständig Kameraden in Steinach vor Ort und konnten so zahlreichen verletzten Personen schnelle und qualifizierte Hilfe zukommen lassen.
18 Verletzte wurden an den Rettungsdienst übergeben, wobei die Verletzungen bei diesen Personen von Frakturen an Armen und Beinen, Verletzungen der Bänder bis hin zu einer Wirbelsäulenverletzung reichten. Weitere kleinere Verletzungen konnten vor Ort versorgt werden. Dieser ständige Bereitschaftsdienst wurde eingerichtet, um die Einsatzzeit zu verkürzen,da die Anfahrt entfällt. Dies hat nun schon den zweiten Winter Früchte getragen.
Eine weitere Aufgabe war die Absicherung der Wintersportveranstaltungen im Dienstgebiet. In diesem Winter kam die stattliche Anzahl von 23 Veranstaltungen zusammen, welche durch die Kameraden aus Scheibe-Alsbach abgesichert wurden. Die Sportvereine von Scheibe-Alsbach, Steinheid, Rauenstein und Steinach haben einen festen Partner in den Kameraden der Bergwacht gefunden. Dies zeigt sich auch in der langjährigen Zusammenarbeit der Vereine. Hinzu kommen die Veranstaltungen von Gastvereinen, welche ihre Veranstaltungen zum Beispiel in Steinheid oder Steinach durchführen. So kommen auch die verschiedensten Sportarten zusammen, welche die Scheibe-Alsbacher absichern.
Auf Grund der Schneesituation mussten die Kameraden einmal den Rettungsdienst beim Transport einer Person in Krankenhaus helfen, da ein Abholen mit dem Rettungswagen nicht direkt möglich war, wurde die Person mit dem Akia zum RTW gebracht.
Zwei weitere Einsätze galten der Suche vermisster Personen. Die erste Suche im Dunkeln wurde mit dem Auffinden der gesuchten Person zu Hause abgebrochen. Die zweite Suche erfolgte bei Tageslicht in Zusammenarbeit mit der Polizei. Auf Amtshilfe-Ersuchen rückten die Kameraden aus, um eine vermisste Person im Wald zu suchen. Dazu wurden zwei Motorschlitten zum Einsatz gebracht.
Ingesamt war es ein dienst- und stundenreicher Winter. Jedes Wochenende waren die Einsatzleiter mit ihren Kameraden unterwegs, um für Menschen in Not dazusein und schnellstmöglich Hilfe zu gewährleisten.
Die 15 Einsatzkräfte der Bergwacht Scheibe-Alsbach hatten in der zurückliegenden Wintersaison wenig Freizeit, da diese Aufgaben alle neben der Arbeit liefen. Die Familien mussten viel zurückstecken, um diese vielen Termine umsetzen zu können. Da alle Bergwacht-Arbeit ehrenamtlich ist, ist vielfach ein Dankeschön das einzige, was die Kameraden erhalten.
Besonders unter der Woche ist es schwierig, Einsatzkräfte für Einsätze bereitzustellen. Deshalb sollten die hauptamtlichen Mitarbeiter im Rettungsdienstzweckverband und in manchen Kommunen einmal über eine angemessene Unterstützung für diese ehrenamtliche Bergwachtarbeit nachdenken. Ansonsten könnte es irgendwann einmal soweit sein, dass es keine Ehrenamtlichen mehr gibt.
Für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken sich die Bergwachtkameraden bei ihren Kollegen des Rettungsdienstes der Kreiskrankenhäuser Sonneberg/ Neuhaus, besonders den Kameraden aus Neuhaus, bei den Ärzten und Schwestern der Notaufnahme Neuhaus, bei Frau Dr. Martina Stauch und bei der Rettungsleitstelle Suhl. Ein weiteres Dankeschön geht an Gerhard Müller, Geschäftsführer der „Skiarena Silbersattel“, sowie seine Mitarbeiter und an die Sportfreunde der einzelnen Sportvereine. Konni Lutter
Übung in der Skiarena Steinach
Übung in der Skiarena Steinach
Es ist Feitagabend gegen 19 Uhr. Eine weibliche Person begibt sich zu Fuß an den Steilhang der Skiarena Silbersattel. Am Rand möchte sie zur Talstation des Sesselliftes kommen und dann nach Hause. Doch bereits nach wenigen Metern wird dieses Vorhaben unterbrochen. Eine Skifahrerin verliert die Kontrolle über ihre Ski und fährt gegen die Person. Zeugen setzen einen Notruf an die Rettungsleitstelle Suhl ab.Steinach - Es könnte ein Ernstfall sein, doch es ist eine Übung der Bergwacht Scheibe-Alsbach des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Aber das spielt keine Rolle, denn Rettungskräfte müssen
immer vom Ernstfall ausgehen.
Um 19.08 Uhr löst die Rettungsleitstelle Suhl über die Funkmeldeempfänger Alarm für die Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach aus. Nach kurzer Zeit melden sich die Kameraden über Funk und werden über zwei verletzte Personen in der Skiarena Silbersattel informiert. Die verletzten Personen sollten sich im oberen Teil der bis zu 65 Grad steilen und vereisten „schwarzen Piste" befinden. Eine Einsatzgruppe begab sich daraufhin zum Einsatzort.
Während der Anfahrt der Bergwacht, welche vom Heimatort bis zum Einsatzort etwa 30 Minuten dauerte, wurde durch die Mitarbeiter der Skiarena bereits die Technik für die Rettung vorbereitet. So wird die Pistenraupe zum Steilhang gebracht, das Stahlseil befestigt und ein Motorschlitten mit einem Transporthänger für Verletzte bereitgestellt.Nach der Ankunft der Bergwacht-Kameraden weren sie mit den bekannten Informationen durch den Geschäftsführer der Skiarena, Gerhardt Müller, versorgt. Aufgrund der Steilheit und der vereisten Bedingungen ist ein Erreichen der Verletzten direkt vom Ende des Steilhanges aus nicht möglich, weshalb man sich unverzüglich dazu entschließt, mit dem Motorschlitten über die etwa zwei Kilometer lange Familienabfahrt zum Anfang des Steilhanges zu fahren. Von dort begibt sich ein Teil der Mannschaft zu
den Verletzten.
Bei den derzeit noch anhaltenden Minustemperaturen darfneben der gebotenen Sicherheit keine Zeit vergeudet werden, da es schon nach kurzer Zeit zu einer gefährlichen Unterkühlung kommen kann.
Ein Kamerad bereitet währenddessen gemeinsam mit den Mitarbeitern der Skiarena die technische Rettung vor. Der Anhänger des Motorschlittens wurde an der Pistenraupe befestigt und diese fährt dann rückwärts bergab zu den Verletzten. Bei den Verletzten angekommen, wird immer zuerst die Unfallstelle gesichert und der Bewußtseinszustand der Verletzten durch erstes Ansprechen überprüft. Nach ersten wärmeschützenden Maßnahmen stellen die Bergwachtler im Gespräch fest, dass eine Verletzte Symptome einer Wirbelsäulenfraktur und die zweite eine Arm- und eine Beinfraktur aufweisen.
Mit einer Schaufeltrage wird die wirbelsäulenverletzte Person zur Pistenraupe gebracht und auf einer Vakuummatratze auf dem Verletztenanhänger gelagert. Dabei müssen die Mitarbeiter der Skiarena und die Bergwacht-Kameraden eng zusammenarbeiten, um die verletze Person über den vereisten Steilhang sicher an die Raupe zu bringen. Mit der Raupe wird die Verletzte dann zum Fuß des Steilhanges transportiert. Danach muss die zweite Person noch gerettet werden. Diese wird in der Zwischenzeit vor Ort mit Vakuumschienen versorgt. Während der ganzen Rettung ist es wichtig, ständig den Bewußtseins- und Herz-Kreislaufzustand zu kontrollieren, dazu wird mehrmals der Blutdruck, die Puls- und Atemfrequenz gemessen. Nach dem Transport zur Pistenraupe wird auch die zweite Verletzte sicher ins Tal gebracht.
Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung der Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach gemeinsam mit den Mitarbeitern der Skiarena Silbersattel.
Die Übung zeigt, dass es eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern der Skiarena und den Kameraden der Bergwacht besteht.
Technisch bestehen alle Möglichkeiten, um verletzten Personen an jedem Punkt des Skigebietes schnellstmöglich Hilfe zukommen zu lassen. Es zeigte sich auch, dass eine Stationierung einer Bereitschaftsgruppe in der Skiarena an den Wochenenden und Feiertagen eine richtige und sinnvolle Entscheidung war und ist.
Man muss dabei immer wieder betonen, dass alle Mitglieder des DRK Sonneberger Kreisverbandes, zu dem auch die Bergwacht Scheibe-Alsbach gehört, ihren Dienst ehrenamtlich durchführen. Diese ehrenamtliche Arbeit ist in diesem Jahr allein in der Skiarena Steinach schon 15 Verletzten zu Gute gekommen.
Fotos wurden uns vom Bildjournalisten Stefan Thomas zur Verfügung gestellt. An ihn soll an dieser Stelle ein besonderer Dank gehen.



